Gruppenfoto weiß gekleideter Frauen, die am Strand lachend mit ihren 200 und 300h Yoga Teacher Training Zertifikaten auf die Kamera zulaufen

300h Yoga Teacher Training in Indien & online – Erfahrungsbericht

Zu behaupten, das 300h Yoga Teacher Training bei Sara Ticha und Lenka Minarik hätte mich verändert, wäre nicht ganz richtig. Es hat mich mehr zu dem Menschen werden lassen, der ich im Kern bin. Es war keine Transformation, es war ein nach Hause kommen – obwohl mir Indien zuvor völlig fremd war. Ich bin unendlich dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Nun drängt sich dir vielleicht die Frage auf „Aber … hättest du nicht eigentlich Yoga unterrichten üben sollen?“ Ja, das habe ich auch, jedoch nicht nur – aber lies selbst!

Ist ein Online-Yogalehrer-Training das Richtige für mich?

Um ehrlich zu sein: Zuerst hatte ich meine Bedenken, was die Tatsache anging, dass rund zwei Drittel des Trainings online stattfinden würden. Meine 200h Grundausbildung habe ich 2021 im Yogafusion in Wien abgelegt und war sehr froh darüber, nicht „nur“ am Bildschirm von meinen Ausbildnerinnen zu lernen und mich mit meinen Kommilitoninnen auszutauschen.

Zwei lächelnde, junge Yogalehrerinnen in umarmter Haltung

Viel lieber hätte ich daher aus damaliger Sicht ein persönliches Training bei Sara absolviert, die ich auf einem Yoga Festival kennen gelernt hatte – zu einem Zeitpunkt, als das 300h Yoga Teacher Training noch mittels Modulen an verschiedenen Orten in Europa selbst zusammengestellt werden konnte. Ich sollte später eines Besseren belehrt werden und wieder einmal feststellen, dass es im Leben ohnehin immer so kommt, wie es soll.

Modulares Yoga Teacher Training

Ausbildnerin Lenka Minarik mit Sabrina beim Yoga Teacher Training in Wien

Ein solches Modul besuchte ich im Mai 2024 in Wien. Bei dieser Gelegenheit lernte ich auch Lenka kennen, die mit Sara gemeinsam die Heart & Focus Academy Yogalehrer Ausbildungen anbietet. Im Zuge dessen erfuhr ich auch erste Details zum hybriden 300h Yoga Teacher Training. Und auch, wenn es nicht die Form war, die ich mir vorgestellt hatte: Für mich war klar, dass ich die Fortbildung bei diesen beiden Powerfrauen ablegen wollte, egal auf welche Art und Weise. Ich buchte im Juni und sicherte mir meinen Super-Early-Bird-Platz. Als ich daraufhin erfuhr, dass Sara nach diesem bis auf weiteres keine Ausbildungen mehr anbieten wird, schätzte ich mich umso glücklicher, die Gelegenheit zu nützen.

Online-Phase meines 300h Yoga Teacher Trainings

Am 26. Oktober 2024 fand dann der Eröffnungs-Call statt und ich lernte meine knapp 20 Kolleginnen kennen, die kleinere Hälfte davon in meiner 300h Gruppe, die anderen in der parallel laufenden 200h Grundausbildung. Drei Monate lang wurden wir wöchentlich mit neuen Onlinevideos versorgt. Dazu gab es ein über 300 Seiten starkes Skriptum und wöchentliche Zoom-Calls am Wochenende.

Schon nach kurzer Zeit stellte ich fest, dass diese Art des Trainings perfekt für mich war. Denn Yolo-Fomo-Mensch der ich bin habe ich natürlich nicht meine Yogaklassen reduziert oder weniger Freizeitprogramm geplant. Die zehn bis zwölf Stunden Zeitaufwand pro Woche für das Teacher Training kamen einfach noch obendrauf auf meinen sonst schon nicht allzu viele Lücken aufweisenden Kalender.

Durch die voraufgezeichneten Videos konnte ich immer dann lernen, wenn ich Zeit und Kopf dazu hatte. Ich konnte zurückspulen, wenn ich einmal etwas nicht verstanden oder mit den Gedanken abgedriftet war. Ich konnte das entsprechende Kapitel im Skriptum lesen, bevor ich mir das zugehörige Video ansah und meine Notizen somit übersichtlich halten. Ich konnte mir selbst einteilen, wann ich meine Hausübungen erledigte.

Screenshot eines Zoom Calls mit den Teilnehmenden und Lehrerinnen des Yoga Teacher Trainings

Und wann immer Fragen aufkamen, waren unsere beiden Lehrerinnen erreichbar, ob mittels persönlicher Nachricht oder im Zoom Call.

Die Themen waren sowohl spannend als auch abwechslungsreich und zum Teil auch überraschend. Zumindest für mich, die sonst immer auch noch das Kleingedruckte liest – diesmal hatte ich mich nämlich vor meiner Anmeldung nicht mit Details aufgehalten, war für mich doch ohnehin schon klar, dass ich an dem Training teilnehmen wollte. Jedenfalls lernten wir neben yogischer Philosophie und Anatomie unter anderem auch, Sanskrit zu schreiben. Das war definitiv eines meiner Highlights!

Yoga Teacher Training in Indien

Den krönenden Abschluss des Trainings bildeten 12 Tage in Goa, Indien. Die Vorfreude, aber auch die Aufregung vor meiner ersten Indienreise stiegen schon Wochen vor dem Abflug. Vorsichtshalber begann ich schon einmal, OmniBiotic Reise zu nehmen, da ich Sorgen um meine Verdauung hatte, die übrigens unbegründet blieben. Bereits am Flughafen in Wien traf ich jedenfalls eine andere Teilnehmerin, die für die Anreise dieselben Flüge wie ich gewählt hatte und so fühlte ich mich gleich weniger auf mich allein gestellt und die drei Flugstrecken vergingen im Nu.

Offene Shala mit Abendsonne auf den geöffneten weißen Vorhängen, dahinter Palmen

Am 15. Februar 2025 kamen wir im Nalanda Retreat in Mandrem an und lernten jene Teilnehmerinnen kennen, die schon früher angereist waren. Wir begrüßten einander wie alte Freundinnen – immerhin „kannten“ wir einander gefühlt schon seit Monaten, wenn auch nur online! Rasch wechselten daher unsere Gesprächsthemen von Smalltalk zu tiefergehendem Austausch.

Unter den früher Angereisten war auch meine Zimmerkollegin. Nach längerer Überlegung hatte ich mich nämlich für das Sparprogramm und gegen die Unsicherheit, mit einer fremden Person im Zimmer zu wohnen, also mutig für ein Doppelzimmer entschieden. Mein Mut sollte mit harmonischem Zusammenleben über den gesamten Aufenthalt belohnt werden!

Selfie von Yogalehrerin Sabrina Farkas mit Blumenkette und Tilak am Strand bei Abenddämmerung

Nach der Begrüßung am nächsten Tag machten wir eine kleine Tour durch die nähere Umgebung, bevor ein vedischer Priester eine Eröffnungszeremonie für uns abhielt. Unsere Lehrerinnen schon bei diesem ersten, offiziellen Programmpunkt dazu bei, einen sicheren Rahmen für uns zu schaffen. Danach ging es zum gemeinsamen Abendessen – wir wurden nämlich drei Mal täglich mit vegetarischem Buffet verwöhnt.

Ablauf der Fortbildung für Yogalehrende

Yogamatte in der Shala, im Hintergrund eine Palme und der Sonnenaufgang

Die folgenden Tage begannen meist zeitig: Nach dem Morgengebet (eine der Teilnehmerinnen war gebürtige Inderin und hat ein Master-Studium in Yoga – ja, so etwas gibt es in Indien! – sie führte uns in diverse Zeremonien ein) folgte die Morgenpraxis, die wechselweise von Sara und Lenka geleitet wurde.

Sabrina versucht lächelnd eine fortgeschrittene Pose bei ihrer Fortbildung als Yogalehrerin

Ich genoss die eine ausgedehnten Yogaklassen von oft zwei Stunden Länge und mehr mit Meditation, Atemtechniken, körperlichen Yogaübungen, Partnerarbeit und Mantras sehr. Ich konnte dabei nicht nur als Lehrerin Neues lernen, sondern auch meine eigene Praxis vertiefen. Nach dem Frühstück besprachen wir die Klasse nach und erfuhren, welche Übungen aus welchem Grund gewählt wurden.

Ausbildnerin Sara Ticha beim Yoga Teacher Training in Goa vor ihren Schülerinnen

Dann ging es meistens an die erste Theorieeinheit des Tages – sehr praxisnahe Theorie, wohlgemerkt. Hierfür wurden wir meistens in unsere zwei Gruppen aufgeteilt. Wie schon im Onlineteil der Fortbildung waren die Themen wieder höchst vielfältig: Von der Philosophie über Hands-On Assists bis hin zum Rezitieren der Yoga Sutras war alles und noch mehr dabei.

Blick auf Eingangsbereich des Nalanda Retreat zum Pool mit Palmen

In der Mittagspause hatten wir zwei Stunden Freizeit, die ich meist mit Mittagessen sowie am weitläufigen Strand und im überraschend sauberen Meer verbrachte. Andere nützten einen der Pools in der weitläufigen Anlage des Nalanda Retreats.

Sabrina lauscht in Bauchlage aufmerksam der Ausbildnerin beim YTT in der Shala in Goa, den Kopf auf ihre einen Kugelschreiber haltende Hand gestützt, neben ihr weitere Teilnehmerinnen

Nachmittags gab es dann eine weitere Lektion, bevor wir vor dem Abendessen noch einen Kirtan hatten, also gemeinsam sangen und musizierten. Meine Zimmerkollegin und ich waren meistens um 22 Uhr im Bett – immerhin klingelte der Wecker üblicherweise um 6 Uhr bereits wieder. Mit einer Ausnahme, als wir nämlich an einem Abend in Arambol bei einem Ecstatic Dance gemeinsam das Leben feierten!

Sabrina unterrichtet eine Inside Flow Klasse beim Teacher Training in Indien

Während unserer Zeit in Goa gab es auch einen freien Tag, den wir teils zum Lernen, teils zum Entspannen nutzten. Ich bot an, eine Inside Flow Klasse für alle zu unterrichten, die Lust dazu hatten und freute mich riesig, dass die Gruppe fast vollzählig war. Ansonsten verbrachte ich an dem Tag viel Zeit mit meinem Skriptum am Strand, telefonierte ausgiebig mit meinem Mann und gönnte mir eine Massage.

Doch trotz zwischenzeitlicher Entspannung konnte das Training auch durchaus intensiv werden – vor allem emotional. Das ist die Magie des Yoga! Unsere Lehrerinnen reagierten jedes Mal mit viel Fingerspitzengefühl auf jegliche Reaktionen.

Frauen im Halbkreis beim abendlichen Kirtan am Strand

Auch mir kamen nicht nur einmal die Tränen zu den unvermutetsten Zeitpunkten, sei es beim Bearbeiten eines Journaling Impulses von Sara, beim Klang eines Mantras am Strand oder auch einfach bei Worten unserer Lehrerinnen, die mir direkt ins Herz gingen. Jedes Mal fühlte ich mich danach freier, klarer. Nicht nur, weil wir uns an einem Abend am Strand splitterfasernackt auszogen und gemeinsam ins Meer liefen!

Yogalehrer Prüfung

Zu den letzten Tagen unseres Aufenthaltes hin stieg die Spannung: Drei Herausforderungen gab es noch zu bewältigen, bis wir unser Zertifikat in den Händen halten konnten … oder eigentlich sogar vier!

Sabrina zeigt eine armgestützte Haltung in der Yoga Shala in Goa

Zuerst wurde den 200h Schülerinnen aufgetragen, je eine Schülerin des 300h Yoga Teacher Trainings im Rahmen einer 30-minütigen Privatklasse zu unterrichten. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich zwar schon viele Yoga Privatstunden unterrichtet, aber noch nie selbst eine gebucht hatte! Umso mehr genoss ich diesen Luxus und war hellauf begeistert von der Anleitung meiner Kollegin. Unsere Aufgabe im 300h Training war es im Anschluss, den angehenden Lehrerinnen Feedback zu der Yogastunde zu geben.

Die Prüfung selbst bestand aus einem schriftlichen und einen praktischen Teil. Den schriftlichen verlegten wir spontan einen Tag vor, hätte er doch sonst an Shivas Geburtstag stattgefunden! Hier wurden Fakten aus den unterschiedlichen Kapiteln unseres Trainings abgefragt und auch einige persönlich zu beantwortende Fragen gestellt.

Sabrina unterrichtet mit einem Lächeln ihre Schülerinnen bei ihrer praktischen Prüfung im Rahmen der Fortbildung für Yogalehrer*innen

Der praktische Teil durfte direkt an Shivaratri stattfinden. Dabei unterrichteten wir gemeinsam eine Yogaklasse für einander: Jede Teilnehmerin übernahm einen bestimmten Teil der Einheit. Es war die anstrengendste Einheit des gesamten Trainings! Aber es machte mir große Freude, von meinen Kolleginnen angeleitet zu werden und sie anleiten zu dürfen. Im Anschluss gab es schriftliches Feedback von Sara.

Den restlichen Vormittag des letzten Trainingstages hatten wir zur freien Verfügung, bevor uns ein Bus abholte. Sara hatte ihr Harmonium dabei und so ging es zu Shivas Ehren chantend zu einem Tempel. Dort wurde unsere Geduld auf die Probe gestellt: Erst hüllten sich unsere Lehrerinnen in Saris, was eine gefühlte Ewigkeit dauerte. Doch der Augenschmaus, den sie dann darstellten, war es wert! Dann betraten wir den Tempel, der in eine Höhle gebaut war. Es gab kaum Sauerstoff, dafür immenses Gedränge. Ich hatte keine Chance, irgendetwas von den Erklärungen zur Zeremonie, die weiter vorne vor sich ging, mitzubekommen, dafür reichlich Gelegenheit, mit bloßen Füßen in Bananenschalen, Milch und andere irrgeleitete Opfergaben zu treten. Ein Erlebnis für alle Sinne, das in Erinnerung bleiben wird, war es auf jeden Fall!

Umso größer war die Erleichterung, als wir dem Tempel entkommen waren und unsere Füße im Meer abspülen konnten. Wir nützten die Traumstimmung der Abendsonne für einige Fotos in unserer weißen Kleidung und mit unseren Bindis, manche auch mit Blumen im Haar.

Gruppenfoto weiß gekleideter Frauen, die am Strand lachend mit ihren Yoga Teacher Training Zertifikaten auf die Kamera zulaufen

Dann war es endlich Zeit für unsere Abschlusszeremonie! Direkt am Strand richteten wir uns im Kreis ein. Sara und Lenka sagten noch ein paar wenige Sätze – die Zeit zum Zurückfahren drängte, aber es fehlten auch die Worte, gab es doch noch so viel zu sagen und war doch andererseits schon so viel gesagt worden.

Schließlich erhielten wir feierlich unsere Zertifikate überreicht und wurden mit einer Blumenkette geschmückt. Fotos und Umarmungen folgten. Müde, aber glücklich fuhren wir noch ein letztes Mal gemeinsam ins Nalanda Retreat zurück – der indische Bus innen blau beleuchtet, Kühe, Menschen, Mopeds und Tempel zogen an uns vorbei. Nach einer letzten Nacht und einem letzten, gemeinsamen Frühstück in Goa war es für mich Zeit, mich zu verabschieden – nicht von Kolleginnen und Lehrerinnen, sondern von Seelenschwestern und Freundinnen.

300h Yoga Teacher Training online & in Indien – Mein Fazit

Sabrina lächelt dankbar am Meer mit gefalteten Händen, die mit Henna verziert sind

Wie ich schon zu Beginn geschrieben habe: Ich bin voller Dankbarkeit für die Erfahrungen, die ich durch das Training sammeln durfte. „Es ist so dumm, dass wir hierherkommen müssen“, sprach mir Lenka zu Beginn unseres Indienaufenthaltes aus der Seele. Und doch ist es, wie sie anschloss, notwendig gewesen. Es braucht diesen Abstand zu daheim, es braucht die Zeit, sich ganz auf die eine Sache einzulassen, und es braucht Mama India.

Ich habe mich zu jedem Zeitpunkt wohl, sicher, unterstützt und gut aufgehoben gefühlt – sowohl von den Lehrerinnen, als auch von der gesamten Gruppe. Etwas Vergleichbares habe ich noch nie erlebt. Worte können das Erlebnis kaum beschreiben, diese unglaubliche Reise, die wir zusammen unternommen haben. Vielleicht finde ich sie mit der Zeit. Eines kann ich jetzt schon mit Gewissheit sagen: Ich bin nicht mehr dieselbe wie davor, und doch bin ich mehr als je zuvor ich selbst.

Wie geht es weiter?

Nun, für mich heißt es nun erst einmal, das Gelernte in die Praxis umsetzen in meinen Yogastunden in Wien, auf Retreats und online. Aber ich wäre nicht ich, hätte ich nicht schon meine Fühler nach der nächsten Fortbildung als Yogalehrerin ausgestreckt! Und dann wäre da noch meine ursprüngliche Motivation, aus der heraus dich das Teacher Training absolviert habe: Eines Tages selbst Yogalehrerinnen ausbilden zu können. Bis dahin helfe ich dir weiterhin gerne im Rahmen des Business Trainings, dich als Yogalehrerin selbstständig zu machen. In meinem Newsletter erfährst du, wie die Reise weitergeht:

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Fotos: flyandflow.at & Sara Ticha/Lenka Minarik/Dominika Cervenakova

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